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Unser Leitbild

Die Alice-Salomon-Schule ist ein Ort, wo Geschichten erzählt werden. Hier erzählen nun zwölf Personen, wie das Leitbild an der Alice-Salomon-Schule gelebt wird. Unser Leitbild ist nicht graue Theorie, es wird nicht von abstrakten Prinzipien her gedacht. Denn ein Leitbild kann man nicht logisch ableiten und erklären, man muss es erleben.

Es sind Geschichten denkbar, die andere Geschichten des Leitbildes in Frage stellen. An dieser Schule darfst du an allem zweifeln. Du darfst Fehler machen und sie in Lernchancen verwandeln. Widersprüche und Niederlagen können uns alle weiter bringen. So bleibt alles im Fluss, alles in Bewegung. Auch unser Leitbild ist niemals fertig, nie abgeschlossen, sondern offen. Offen für dich.

Du kannst an diesem Leitbild mitschreiben, indem du Geschichten erzählst und sie uns mitteilst.

Die Gesichter im Bild sind anklickbar.

Zeig, was in dir steckt!

Lasst uns miteinander stärker werden.


  • Orientiere dich an einem humanistischen Menschenbild und übernimm Verantwortung in Schule, Beruf, Gesellschaft und Umwelt.

    „Refugees welcome“:

    Schlüssel finden, Türen öffnen, Menschen ins Spiel bringen

    Sie stehen geduldig auf dem Flur und warten auf uns. Ich staune: Heute sind es viel mehr Flüchtlinge als erwartet, mit denen wir - einige HEP-Schülerinnen – erste Schritte in der deutschen Sprache und Kultur gehen wollen.

    Der Raum, der uns zur Verfügung steht, ist zu klein. Also machen wir uns auf die Suche nach einem Ausweichraum. Eine freundliche Lehrerin, die gerade eine Freistunde hat, läuft schnell zum Schulbüro und kommt mit einem Schlüssel wieder: Für heute haben wir einen Raum. Wir müssen improvisieren, denn ganz Deutschland nimmt mehr Flüchtlinge auf, als ursprünglich erwartet. Deshalb hat die SV uns angesprochen, ob wir als „pädagogisch erfahrene“ Schülerinnen den Erstkontakt mit Flüchtlingen machen wollen, bis die spezielle Sprachlehrerin der Schule zur Verfügung steht. Wir schließen den freien Klassenraum auf, stellen einen Stuhlkreis, und beginnen mit Kennenlern-Spielen. Erste Kontakte entstehen, die Stimmung ist gelöst. Der Schlüssel für jeden Kontakt ist die Sprache, die wir weitergeben. Er öffnet die Türen zu neuen Menschen und zur fremden Kultur. Eigentlich ist es ganz einfach: Man muss nur anfangen, es zu tun!

    Die Alice-Salomon-Schule will Eigenverantwortung stärken: Deshalb sollen alle Mitglieder der Schulgemeinschaft die Möglichkeit haben, eigene Aktionen für mehr Menschlichkeit ins Rollen zu bringen. Das gelingt, wenn möglichst viele sich verantwortlich fühlen und sich gegenseitig unterstützen. Schule, Beruf, Gesellschaft und Umwelt fordern uns heraus: Willst auch du Verantwortung auf einem dieser Felder übernehmen? Dann schaue dich um, wo du gebraucht wirst und wer mit dir zusammen tätig werden will.

  • Unsere Werte

  • Sei achtsam mit dir selbst und anderen.
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    „Ich bin selbst mein bester Freund“:

    Das eigene Tempo finden und miteinander auf dem Weg bleiben

    Manchmal ist Frau Schäfer, die ich im Altenheim betreue, ein ganz anderer Mensch. Normalerweise ist sie freundlich und ausgeglichen, doch in letzter Zeit reagiert sie plötzlich anders. Sie ist verwirrt, findet ihr Zimmer nicht, möchte sich nicht helfen lassen und schaut mich ganz böse an. Manchmal wirft sie mir vor, ich hätte ihr Geld gestohlen. Wenn so etwas geschieht, geht es mir tagelang nicht gut. Ich mache mir selbst Vorwürfe, dass ich es nicht schaffe, Frau Schäfer in solchen Krisen ruhig, freundlich und bestimmt wieder auf ihren Weg zu geleiten, wie es der erfahrene Altenpfleger Navid kann. Da frage ich mich, ob ich für diesen Beruf überhaupt geeignet bin. Doch ich habe gelernt, zunächst auf mich selbst acht zu geben. Denn wenn es mir schlecht geht, kann ich den Bewohnern im Seniorenheim nicht mehr helfen. Und eine gute Abschlussprüfung zu schaffen, wird dann auch immer schwieriger. Ich gönne mir Auszeiten und habe angefangen, Yoga zu machen. Meine Lehrer finden das gut und bestärken mich darin. Und seit ich mehr auf mich achte, fällt es mir mit Frau Schäfer auch wieder etwas leichter. Ich bekomme Augenkontakt und achte auf jedes Zeichen, das mir hilft, ihr zu helfen.

    Die Alice-Salomon-Schule will ein Ort sein, in der niemand so tun muss, als wäre er perfekt. Jeder Mensch hat ganz bestimmte Stärken und Schwächen. Deshalb ist es wichtig, auf sich selbst zu achten und den eigenen Rhythmus zu finden. Erst dann kann jeder ein glückliches Leben führen und auch Besonderes leisten. In einer Kultur der Achtsamkeit wollen wir behutsam miteinander umgehen, damit jedes Mitglied der Schulgemeinschaft sein Tempo und seine Kraftquellen finden kann. Möchtest du auch ein achtsamer Begleiter für dich selbst und andere werden? Dann habe Mut, zu dir selbst zu stehen und aufmerksam für die Bedürfnisse anderer zu sein.

  • Handele gewaltfrei.
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    „Schreib mir einen Brief“

    Für menschliche Beziehungen ohne Gewalt

    Ich habe Franziska angeschrien. Dabei hatte sie noch nicht einmal etwas falsch gemacht. Franziska wohnt in einer Gruppe von beeinträchtigten Menschen, die ich als Auszubildender in der Heilerziehungspflege (HEP) mit betreue. Franziska war ganz aufgedreht, weil sie am nächsten Tag auf ein Konzert mit Herbert Grönemeyer fahren durfte. Sie redete pausenlos davon und kam gar nicht dazu, ihr Abendbrot zu essen. Ganz entnervt schrie ich sie an, sie solle ins Bett gehen. Und jetzt fühlte ich mich schlecht, ich spürte, dass ich viel zu weit gegangen war. Als wir im Unterricht über verbale Gewalt sprachen, ergab sich eine erstaunliche Lösung. Wir riefen uns Situationen in Erinnerung, in denen wir Mitschüler, Kollegen oder Bewohner mit Worten verletzt hatten. Wir lernten, diese Art von Gewalt zu analysieren und ihre Muster zu durchschauen und für künftige Situationen andere Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Und dann machte unser Lehrer uns den Vorschlag, einen Brief an die Person zu schreiben, die wir verletzt hatten. Ich schrieb an Franziska, schilderte ihr, welche Sorgen ich selbst an diesem Tag gehabt hatte und bat sie um Verzeihung. Ich hatte einen Anfang gemacht, mich in einer ähnlichen Situation künftig besser zu verhalten.

    Die Alice-Salomon-Schule will ein Ort ohne Gewalt sein. Das gilt auch für sprachliche Gewalt. Wir alle haben schon einmal sprachliche Gewalt erlebt, haben uns verletzt und gedemütigt gefühlt. Schlimm ist, dass wir damit auch gelernt haben, andere mit Worten zu verletzen. Wir alle sind Teil dieses großen Wolfsspiels, wir teilen an andere aus, was wir selbst einstecken mussten. Es ist schwer, sich aus diesem Wolfsspiel zu befreien und Gewalt zu verlernen. Doch an dieser Schule wollen wir täglich üben, anders zu denken, zu reden und zu handeln. Als Auszubildende wollen wir auch am Arbeitsplatz auf Gewalt verzichten, Gewalt eindämmen und Schritt für Schritt verlernen. Willst du auch mithelfen, dass unser Alltag nicht von Gewalt bestimmt wird? Dann fange bei dir selbst an!

  • Lebe eine Kultur der Anerkennung.
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    „Einmal auf dem Treppchen stehen“

    Erfolge feiern

    Zuerst war ich neidisch auf Sven: Wir sind doch alle gute Köche unserer HOGA-Klasse und üben unseren Beruf mit Leidenschaft aus. Und da prescht der Mitschüler vor und stellt alle anderen in den Schatten. Fährt zum Landeswettbewerb der DEHOGA in Mainz und holt den ersten Preis! Man konnte wirklich neidisch werden. Nach den Vorgaben der strengen Preisrichter kochte Sven ein Vier-Gang-Menü, und den Damen und Herren muss es wirklich geschmeckt haben. Er sagte, diesen Erfolg habe er natürlich seiner guten Ausbildung im Hotel- und Gaststättenbereich zu verdanken: Der Schule und dem Schlosshotel, in dem er gelernt hat. Aber nicht nur. Ohne seine Begabung und seinen Fleiß hätte es nicht funktioniert. Als er die Auszeichnung erhalten hatte, haben wir ausgiebig gefeiert. Da hieß es: „Mer muss och jönne könne.“ Denn wir anderen haben dann doch neidlos anerkannt, dass er diesmal der Beste war: Nicht nur in der Schule, sondern im ganzen Land Rheinland-Pfalz. Und der Zeitung war das einen Artikel und ein Foto wert.

    Die Alice-Salomon-Schule will keine Auszeichnung unter den Tisch fallen lassen. Wir feiern gemeinsam Erfolge und machen sie in der Öffentlichkeit bekannt. Leistung soll sich lohnen und Fleiß wird honoriert. Das beflügelt jeden Menschen und weckt den Mut zu neuen Taten, denn nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Willst du auch in den Wettstreit treten und beharrlich auf ein Ziel hin arbeiten? Dann nur Mut und wirf deinen Hut in den Ring!

  • Unser Lernen

  • Kläre deine Ziele und suche deine Wege.
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    „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“

    Die guten Triebe pflegen

    Mein letzter Tag an der Schule, die Sektgläser klingeln, es werden Reden gehalten und die Schüler haben wieder für ein phantastisches Catering gesorgt. Meine Gedanken gehen zurück zu meinem ersten Tag hier. Wir standen im feinen Nieselregen auf dem Schulhof, meine Blicke wanderten kurz zur Seite über den Schulgarten und der Schulleiter sprach ein paar ermutigende, einladende Worte. Damals ahnte ich noch nicht, dass ich sieben Jahre auf dieser Schule verbringen werde. Das erste Jahr in der BF 1 war turbulent und voller Stolpersteine, meine Ziele waren mir zu diesem Zeitpunkt noch völlig unklar. Meine Motivation war jedoch, dass ich neugierig war, ich wollte Dinge wissen, ich wollte etwas verstehen und können – kurz: Ich wollte wachsen. Hat sich das erfüllt? Eigentlich ist der Schulgarten und der Nieselregen ein gutes Bild für das, was geschah. Das was ich wollte, musste erst langsam wachsen, das ging mir oft nicht schnell genug. Und es gab frustrierende Situationen: „Wachstumsstörungen“. Doch die Alice-Salomon-Schule ist ein erstaunliches kreatives Mistbeet. Und manchmal gibt es den nötigen Dünger: Die Beratung durch Lehrerinnen und Lehrer, die mit mir meine Stärken durchgingen und nach den passenden Entwicklungsschritten und Bildungsgängen suchten. Hier kommen die unterschiedlichsten Sorten zur Reife. So hat es auch bei mir geklappt. Mit der Berufsfachschule 1 habe ich angefangen, und heute bin ich Staatlich anerkannter Erzieher. Darauf, denke ich, kann man anstoßen.

    Die Alice-Salomon-Schule will bei jedem Mitglied der Schulgemeinschaft die guten Anlagen freilegen und fördern. Im Grunde will jeder lernen, der Mensch ist geradezu aufs Lernen programmiert. Aber bei manchen ist dieser Antrieb durch sein bisheriges Leben verschüttet. Das erfordert geduldige Begleitung, intensive Beratung und individuelle Förderung. Hast du schon entdeckt was in dir steckt, was dich antreibt und zum Blühen bringt? Wenn du es noch nicht gefunden hast, dann mach dich mit uns auf die Suche.

  • Stelle die beruflichen Kompetenzen in den Fokus.
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    „Die Profis sind wir!“

    Auf das Können kommt es an

    „Kann man euch buchen? Ich habe demnächst eine große Familienfeier, und einen besseren Catering-Service könnte ich mir nicht denken.“ Offensichtlich hatten wir unseren Gast beeindruckt. Er war an die Schule gekommen, um mit den Lehrern einen Studientag über professionelle Kommunikation zu machen. Und dann stellte er fest: Die Profis an dieser Schule, das sind wir, die Schülerinnen und Auszubildenden der Hauswirtschaft! Wir hatten ein gesundes und reichhaltiges Menü vorbereitet, es gab u.a. so leckere Sachen wie Kürbiscremesuppe, verschiedene Blattsalate mit zwei Dressings, Quiche Lorraine und eine Sanddornkürbis-Creme zum Nachtisch. Wir haben den Speiseraum hergerichtet, die Tische eingedeckt und liebevoll dekoriert. „Ganz schön vielseitig, euer Job“, bemerkte der Gast respektvoll. „Ich kenne Schulen, an denen die Schüler eine Menge wissen. Aber ich war selten an einem Ort, wo junge Menschen so viel können.“ Und darauf kommt es im Leben doch an, oder?

    Die Alice-Salomon-Schule will Menschen dabei unterstützen, sich in der Welt von heute zurecht zu finden und die Welt von morgen zu gestalten. Dazu gehört nicht nur ein breites Wissen, sondern auch ein hohes Können. Wer einen Berufsabschluss macht, besteht nicht nur eine Prüfung. Er bietet seine beruflichen Fähigkeiten der Gesellschaft an, erlebt Erfolge in Arbeit und Privatleben und bringt unser Land voran. Willst auch du dein Können erweitern und deine Fähigkeiten anwenden? Dann werde Profi in einem unserer Ausbildungsberufe!

  • Lerne selbstgesteuert.
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    „Mein bester Lehrer bin ich selbst“:

    Lernchancen entdecken und Lernwege finden

    Ich bin Schüler der Berufsoberschule 2. Aber seit letztem Halbjahr bin ich auch Mathematik-Lehrer. Mathe war schon immer meine Stärke, während andere Schüler da große Probleme haben. Deshalb gibt es an unserer Schule MoMa, das „Modularisierte Mathematik“- Angebot. Hier können Schüler hinkommen, wenn sie in einem bestimmten Bereich besser werden wollen. Sie buchen dann sozusagen das Modul zum Thema. Und ich helfe ihnen dabei, die Arbeitsschritte zu verstehen und zu üben. Oft fällt bei mir der Groschen, wenn ich die Dinge von einer anderen Seite anpacke und einen neuen Zugang zum mathematischen Problem wähle. Und wenn der erste Erfolg da ist, fällt es mir leichter, bei der Sache zu bleiben und die Schritte zu trainieren, bis ich sie sicher beherrsche. Diese Erfahrung möchte ich meinen Mitschülern ermöglichen. Die Schüler entscheiden selber, wann sie sich fit genug fühlen, um ein bestimmtes Modul mit einem Test abzuschließen. Solche Angebote will die Schule auch für andere Fächer und Bereiche entwickeln.

    Die Alice-Salomon-Schule will Mut zu neuem Lernen machen: Hier soll jeder Lernchancen entdecken und seine eigenen Lernwege finden können. Die Schule unterstützt dies durch Angebote, wo selbstgesteuertes Lernen gemeinschaftlich erprobt wird. Möchtest Du auch herausfinden, wie Du am besten lernst? Dann suche, nutze entwickle Angebote dazu!

  • Entdecke deine Stärken, erprobe und nutze sie.
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    „Ich wusste gar nicht, was ich alles kann“:

    Lernen durch lehren

    In unsere Schule ist eine Wanderausstellung über Anne Frank gekommen. Das Besondere war: Wir Schüler sollten die Ausstellung nicht nur passiv anschauen. Nein, wir konnten uns in einem Workshop zu Ausstellungsbegleitern fortbilden lassen. Ich habe daran teilgenommen und viel gelernt: Informationen über die Nazi-Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg, aber auch Methoden zur Arbeit mit Schülergruppen. Ja, und dann habe ich sechsmal eine Schulklasse durch die Ausstellung begleitet, habe Diskussionen geleitet und Gruppenarbeiten durchgeführt. Ich habe viele neue Fähigkeiten an mir entdeckt, die ich in meiner sozialpädagogischen Ausbildung gut gebrauchen kann.

    Die Alice-Salomon-Schule will ermutigend sein: Sie will Spielraum bieten, um eigene Stärken zu entdecken und auszuprobieren. Willst du auch zeigen, was in dir steckt? Dann mach mit und bring dich ein!

  • Nimm individuelle Förderung ernst.
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    „E-Mail für dich“:

    Ich bestimme, wie schnell mein Lehrer arbeitet

    In unserem Deutschunterricht arbeitet jeder Schüler nach seinem Tempo. Wir beschäftigen uns mit einer Szene aus einem 120 Jahre alten Roman, in der zwei Männer sich duellieren. Der Ehemann erschießt den Liebhaber der Frau. Zuerst haben wir die Szene aus verschiedenen Blickwinkeln in der Klasse gespielt: Ein „echtes Duell“ nachgestellt, Gespräche der Männer mit Familienmitgliedern und Freunden ausgedacht und aufgeführt. Jetzt schreiben wir Aufsätze, in denen wir versuchen, einen der beiden Duellanten besser zu verstehen. Erster Teil ist eine kleine Charakterisierung des Mannes, Teil Zwei ist ein erfundener Brief dieses Mannes über das Duell und im Dritten Teil des Aufsatzes erforschen wir, welche Erwartungen ein vornehmer Mann damals erfüllen musste. Was erwarteten die Familie, die Freunde, die Amtskollegen? Welche Vorschriften gab es für Duelle? Wie geht der Romanheld mit diesen Forderungen um? Jeder Schüler schreibt in seinem Tempo und sendet seine Entwürfe als Mail an den Lehrer. Der antwortet und gibt Ratschläge. Eine ganz schnelle Mitschülerin ist schon fertig mit allen drei Teilen und arbeitet die Vorschläge des Lehrers gerade ein. Ich habe erst mal im Internet geforscht, um mir „meinen“ Duellanten, den Ehemann, besser vorstellen zu können. Dabei bin ich auf echte Briefe aus dem 19. Jahrhunderts gestoßen. Deshalb habe ich gerade erst Teil Eins des Aufsatzes losgeschickt. Ich bin gespannt auf die E-Mail meines Lehrers. Wenn mein Smartphone blinkt, muss nicht unbedingt meine Freundin getextet haben...

    Die Alice-Salomon-Schule will jeden Schüler individuell fördern. Deshalb machen wir Versuche mit unterschiedlichen Lerntempos und Lernniveaus im Klassenraum. Das geschieht durch spielerisches Lernen, individualisierte Lernjobs und Lernberatung (Coaching). Sieh Dich um und entdecke die Möglichkeiten!

  • Lerne gemeinsam mit anderen und von anderen.
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    „Tür an Tür mit Alice“:

    Mein Coach sitzt in der Nachbarklasse

    Auf unserem Schulflur gibt es ein ständiges Hin und Her. Wie kommt das? Nun, auf der einen Seite des Flurs gehen die Türen zu den Erzieherklassen ab, und auf der anderen Seite haben wir unsere Klassenräume: Die BF 1. Beide Seiten des Flurs arbeiten zusammen. Denn die Erzieherinnen und Erzieher kommen oft zu uns in die Klasse, machen verschiedene Aktionen mit uns oder helfen uns beim Lernen. Man nennt das „Peer Education“. Diese „Peer Education“ ist gut für die BF 1, aber auch gut für die Erzieherklassen. Denn die Erzieherinnen lernen, mit Jugendlichen zu arbeiten, können also Praktikum und Unterrichtszeit miteinander verbinden. Und wir haben unsere eigenen Lerntrainer, die uns während des ganzen Schuljahres begleiten. 

    Die Alice-Salomon-Schule will Vielfalt nutzen: Wir wollen Win-Win-Situationen schaffen, bei denen verschiedene Menschen voneinander profitieren. Verschiedenheit ist kein Problem, sondern eine Stärke, eine Chance und eine Bereicherung. Jeder einzelne ist für diese Schule wichtig. Kennst du auch Kombinationen, die neue Möglichkeiten eröffnen könnten? Dann mach sie bekannt und werbe für weitere Lernpartnerschaften.

  • Habe Mut zur Gründlichkeit.
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    „Die Entdeckung der Langsamkeit - oder: Warum der Schrank so gut da steht “

    Gemeinsam für Sorgfalt sorgen

    Ich bin ein Schrank. Nein, nein, ich bin natürlich kein Schrank. Aber ich stelle mir vor, was der Schrank über sich sagen könnte, den wir im BVJ gebaut haben. Was würde er erzählen? Hören wir doch mal zu:

    Zuerst war ich ein Plan. Ich lag als Zeichnung auf dem Tisch. Und ich stand als Berechnung an der Tafel. Da habe ich mich ganz schön gelangweilt gefühlt: „He, ich bin doch kein Bleistift- und kein Kreidestrich! Könnt ihr euch mal beeilen? Ich will doch ein Schrank werden, ein richtiges hölzernes Teil!" Aber der Lehrer in der BVJ-Holzwerkstatt hattedie Ruhe weg. Die Schüler diskutierten Größe und Breite, sie bastelten Modelle aus Papier, sie schrieben Einkaufslisten. Dann lag ich als Holz auf dem Stapel. Mir wurde schon ganz kribblig: Lasst mich doch nicht so faul hier rumliegen! Ich will doch aufrecht stehen, meine Türen öffnen und meinen Zweck erfüllen! Aber wieder ließen Lehrer und Schüler sich nicht aus der Ruhe bringen. Und dann wurde es schmerzhaft! Ich wurde gesägt und angebohrt, vernutet und verschraubt, gebeizt und lackiert. Eine schwere Geburt, sage ich euch, Schulstunden lang, Tage lang. Aber jetzt stehe ich hier. Nichts kann mich umhauen. Da klemmt nichts und da ächzt nichts in den Scharnieren. So kann ich jetzt Jahre lang an meinem Platz stehen, sozusagen meinen Mann stehen und meinen Job als Schrank erledigen. Das habe ich gelernt: Nur mit Geduld und Spucke geht es. Mal schnell-schnell und mit Hektik: Was soll da Gutes heraus kommen? Ein Schrank sagt vielen Dank: Danke euch, Mädchen und Jungs, dass ihr euch Zeit gelassen und es gründlich gemacht habt.

    Die Alice-Salomon-Schule will zu Langsamkeit und Gründlichkeit ermuntern. Wir wollen dem Trend zu Oberflächlichkeit und schönem Schein entgegenwirken. Dafür müssen Lehr- und Arbeitspläne genauso entrümpelt werden wie Klassenräume und Lehrerzimmer. Auch in der Schulentwicklung wollen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, auf das, was zu unserer Schule passt. Lass uns jeden Tag miteinander gründlicher werden! Willst du dabei mit helfen? Dann habe den Mut, Gründlichkeit zu fordern und zu praktizieren.