Auslandspraktika in der Ausbildung

- Erasmus Plus an der Alice Salomon Schule -

Am 28.06.2017 wurden erstmals feierlich Euro-Pässe überreicht. Schülerinnen und Schüler  verschiedener Bildungsgänge besuchten in den beiden vergangenen Jahren Schweden, Finnland und Kroatien und absolvierten dort ein Praktikum.

Linz. Im Kulturkeller der Alice Salomon Schule versammeln sich einige Schüler und Lehrer, um gemeinsam anzustoßen. Der Anlass ist die Übergabe der Euro-Pässe, ein offizielles Dokument der EU, die dem Besitzer nachweisen, dass er oder sie erfolgreich ein Erasmus Plus Praktikum im Ausland absolviert hat. Die Möglichkeit, auch im Rahmen einer Ausbildung im Ausland Erfahrungen zu sammeln, können Schüler und Schülerinnen der Alice Salomon Schule, mit Standorten in Linz und Neuwied, seit 2015 wahrnehmen. Auch im kommenden Schuljahr werden wieder Schüler mit dem Erasmus Projekt ins Ausland fahren. Zurzeit können vor allem angehende Erzieher, Heilerziehungspfleger und Hotelgastronomen das Praktikum antreten, aber auch die Sozialassistenten dürfen fahren.

„Prinzipiell kann in jedem Ausbildungsberuf ein Praktikum im Ausland absolviert werden, es muss sich nur auch mit den Betrieben regeln lassen“, sagt Schulleiter Axel Lischweski, der selbst auch im Rahmen des Projekts Finnland besucht hat. „Die Schüler sind im Ausland sehr gut betreut, es gibt Ansprechpartner, vorab ausgewählte Praktikumsstellen und organisierte Unterkünfte“, weiß Birgit Mecklenburg, die, wie Ihre Kolleginnen Nadine Schellinger und Jeannette Elfers, Schweden besuchte. Maria Vaszary, die besonders guten Kontakt zu den kroatischen Partnern pflegt, ist mittlerweile voll in die organisatorischen Spitzfindigkeiten von Erasmus eingearbeitet und weiß auf alle Fragen eine Antwort. Die Dauer eines solchen Praktikums variiert, aber in der Regel sind die Praktikanten 3- 5 Wochen im Ausland.

Zu der kleinen Feier im Kulturkeller in der Alice Salomon Schule sind 5 Auslandspraktikanten erschienen. Die Übrigen haben keinen Urlaub erhalten und bekamen ihre Pässe zugeschickt. Doch diese 5 sind hellauf begeistert, so schildern die Schwedenfahrer einstimmig, dass es dort besonders herzlich, tolerant und offen sei, auch der Betreuungsschlüssel mache neidisch: „Es gibt für 18 Kinder sechs Erzieher und manchmal eine Eins-zu-Eins Betreuung!“, berichtet Kathi Hermann begeistert.

Entspannt ging es auch in Finnland zu. Youlia Gueorguieva, angehende Hotelgastronomin, war zwar alleine unterwegs, aber nie einsam oder überfordert, da die Organisation vor Ort toll funktionierte und man sie mit einer anderen Gruppe aus Deutschland unterbrachte.

Auch mitten in der Ausbildung sind Praktika im Ausland möglich und erweitern den Horizont.

Hier einige Kommentare der Auslandspraktikanten:

Finnland 2016

Youlia Gueorguieva war als einzige in Finnland und wurde dort zusammen mit einer anderen Gruppe aus Deutschland untergebracht, was der Organisator klug geregelt hatte.

„Im Auslandspraktikum habe ich gesehen und erfahren wie in meinem Beruf gearbeitet wird und man kann sofort vergleichen, was anders ist oder besser. Man lernt ein neues Land kennen, eine neue Kultur und ich kann das nur weiterempfehlen, da es auch ganz allgemein den Berufswunsch stärkt.

Sprache? Englisch - kein Problem. Finnisch ist natürlich kompliziert, obwohl ich einige Wörter gelernt habe. Das ganze Land ist sehr modern, jeder spricht Englisch, alle sind sehr liberal und entspannt. Das war ganz anders als in Deutschland. In Finnland heißt es immer: kein Stress!“

Katie Herrmann (Schweden) berichtete von ihrem Praktikum in einer offenen Kita: „Räumlich zwar klein, aber super gemütlich. Es war an die Reggio Pädagogik angelehnt. Der Betreuungsschlüssel war 18 Kinder zu 6 Erziehern. Alle haben dort Gebärdensprache gelernt und diese benutzt. Die Erzieher lernen dies dort im Studium.“

Naomi Waldren, Schweden:

„Unter den Kollegen gab es eine deutschsprachige Kollegin, sie hat mir viel erklärt.

Die Kinder hatten keine Sprachhürde, ich wurde sofort integriert.

Auch im U-3 Bereich ist Gebärdensprache wichtig, alle lernen das dort und jeder versteht es.

Die Kinder waren bei Wind und Wetter draußen.

Für meine Arbeit in Deutschland nehme ich mir mit, dass ich an vieles entspannter gehen kann, da man einen großen Unterschied wahrnimmt, was den Druck betrifft. Es gibt weniger Stress. Das kommt natürlich auch daher, dass der Betreuungsschlüssel viel besser ist. Manchmal gab es eine eins zu eins Betreuung. Auch die Gebärdensprache finde ich toll. Ich werde demnächst in einer integrativen Einrichtung arbeiten und dort wäre das schon von Vorteil.“

Sven Rodenbach (Schweden) war in einem Jugendzentrum.

Er berichtet von einer anderen Mentalität: „Im Jugendzentrum sind viele Kulturen konfliktfrei miteinander ausgekommen, das habe ich hier in Deutschland oft anders erlebt, wo es im Jugendzentrum zu Herkunftskonflikten kam. Das war in Schweden überhaupt kein Thema.

Toleranz gegenüber fast allem, alle waren herzlich.“  

Die Alice Salomon Schule gratuliert zum Euro-Pass:

Schweden 2015

Andreas Werle, Manuela Klause Loos, Tabea Wester, Maren Schneider, Melissa Schneider und Steven Fink

Schweden 2016

Karolina Chylewski, Sven Rodenbach, Kathleen Hermann, Naomi Waldren, Diana Hild und Patrick Krämer

Kroatien 2016

Melina Breidbach

Finnland 2016

Youlia Gueorguieva

 

Erasmus Plus

Von links nach rechts:

Karolina Chylewski ,Youlia Gueorguieva, Naomi Waldren, Kathi Hermann, Sven Rodenbach

Die Praktika in diesem Jahr starten bald und sind schon organisiert. Wer sich für ein Auslandspraktikum interessiert, kann sich für nächstes Jahr bewerben. Weiterführende Informationen halten Fr. Vaszary, Fr. Elfers, Fr. Schellinger und Fr. Mecklenburg bereit.

 

Text / Bilder: C. Becker