„E-Days“ 2017: Die HEP 17 besucht die Barmherzigen Brüder in Saffig.

Im Rahmen der Einführungstage, die seit 2010 E-Days genannt werden, besuchte die Klasse am 28. August eine große Einrichtung der Behindertenhilfe: die Barmherzigen Brüder in Saffig.

E 1Dort wurde die Klasse mit ihren Klassenleitern Dr. Thomas Schweikert und Michael Theophanous von Frank Voss empfangen, dem Leiter der psychiatrischen Dienste bei den Barmherzigen Brüdern.

Frank Voss referierte kurzweilig nicht nur die Geschichte der Barmherzigen Brüder, sondern allgemein die Veränderungen in der Psychiatrie und der Behindertenhilfe. Die- se sind gekennzeichnet von einem seit Jahrzehnten andauernden Wandel weg von fremdbestimmender und hospitalisierender „Verwahrung“ hin zu individueller Assis- tenz. Dass das weder reibungslos noch immer zufriedenstellend gelingt, ändert nichts an den Leitbildern der Teilhabe und Selbstbestimmung, die man trotz des ökonomischen Drucks nicht aus den Augen verliert. Um dies auch zukünftig zu gewährleisten, benötigt man Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger.

Die Schüler der Unterstufe FS HEP 17 haben sich auf den Weg gemacht, Fachkräfte in der Behindertenhilfe zu werden, die solche Assistenzleistungen anbieten. Dazu müssen Sie sich mit den Strukturen der Ausbildung vertraut machen. Und genau das, stand am 28.8 in Saffig auf dem Plan.

In Gruppen haben die Schülerinnen und Schüler dabei die folgenden Aspekte und Grundlagen der Ausbildung bearbeitet: Den Lehrplan, den Rahmenplan, die Fachschul- verordnung und den Ablauf von Praxisbesuchen. Und sie haben sich eine pädagogische Hausordnung überlegt, die ihr gemeinsames Lernen an der Schule unterstützen soll.

Hier ein paar Impressionen des Tages in den Worten Schülerinnen und Schüler:

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Bild: Die Gruppe „Lehr- plandidaktik“ experimentiert mit einem Gedicht von Ernst Stadler (siehe unten)

 

Der Lehrplan der Fachschule für Heilerziehungspflege. Teil I: Die Didaktik.

 

Ein Gedicht von ERNST STADLER

Form ist Wollust

Form und Riegel mußten erst zerspringen, Welt durch aufgeschlossne Röhren dringen: Form ist Wollust, Friede, himmlisches Genügen,

Doch mich reißt es, Ackerschollen umzupflügen. Form will mich verschnüren und verengen, Doch ich will mein Sein in alle Weiten drängen - Form ist klare Härte ohn' Erbarmen,

Doch mich treibt es zu den Dumpfen, zu den Armen, Und in grenzenlosem Michverschenken

Will mich Leben mit Erfüllung tränken.

Zur Einführung in den Lehrplan haben wir eine Übung mit Hilfe eines Gedichtes durchgeführt. Um herauszufinden, wie viele Möglichkeiten es gibt, den Lehrplan zu vermitteln, wurde die Klasse in zwei Gruppen unterteilt (Einzelarbeitsgruppe, Teamarbeitsgruppe). Nach der unterschiedlichen Bearbeitung der Aufgabe kam heraus: Es gibt verschiedene Wege die ans Ziel führen, aber ein Unterricht, der Flexibilität zulässt und Selbststeuerung durch die Lernenden, kann eine größere Vielfalt hervorbringen.

Der Lehrplan der Fachschule für Heilerziehungspflege. Teil 2: Die Module.

Wir haben die nach unserer Ansicht wichtigsten Kompetenzen heraus gesucht und der Klasse vorgestellt. Außerdem zeigten wir das zeitliche Vorkommen der verschiedenen Lernmodule innerhalb der dreijährigen Ausbildung.

Der Rahmenplan der Fachschule für Heilerziehungspflege. Teil 1.

E 3Der Rahmenplan wird oft auch als Ausbildungsplan bezeichnet. Es geht darum, Kompetenzen zu erlernen in den jeweiligen Arbeitsfeldern. Dazu müssen einige   Rahmenbedingungen erfüllt sein, wie zum Beispiel eine immer zur Verfügung stehende Praxisanleitung, ein Mentor oder Koordinator und der Aus- tausch zwischen Einsatzstelle und Schule.

Im Laufe der Jahre sollen die dort ausgewiesenen Kompetenzen erworben werden und mit Beendigung der Ausbildung auch im jeweiligen Arbeitsfeld bedacht und angewendet werden können.

E 4Wir haben uns mit vier Arbeitsfeldern und den dazugehörigen Kompetenzen befasst. Darunter waren „Rollenverständnis“, „Bildung und Erziehung“, „Beziehungsgestaltung und Kommunikation“ und „Pflege und Gesundheit“. Um den Vortrag interessant zu gestalten, haben wir kreative Arbeit geleistet und einen Baum aus Pappe ausgeschnitten, in vier Abschnitte unterteilt (für die vier Arbeitsfelder) und die jeweiligen Kompetenzen auf gebastelte Blätter oder Wurzeln geschrieben. Diese wurden in der Klasse verteilt, so dass jeder Schüler Bezug damit nehmen musste und Erfahrungen oder Fachwissen zu dem Thema äußern konnte.

Daraufhin wurden die Kompetenzen an die zusammengehörigen Arbeitsfelder gelegt. Der Baum vervollständigte sich. So vervollständigt sich auch unser Wissen und unsere Ausbildung: Durch erlernen vieler wichtiger Kompetenzen.

Die Idee kreativ zu arbeiten und die Klasse einzubeziehen, so dass jeder individuelle Erfahrungen beitragen konnte, empfanden wir als sehr gut. Auch um mehr über   unsere Klassenkameraden zu erfahren.

Wir haben auch intern sehr gut zusammenarbeiten können, jedoch haben wir unseren Vortrag auseinandergenommen, um die Aufgaben aufzuteilen. Dies kam während der Präsentation zum Vorschein, da wir uns nicht richtig abgesprochen haben, ob sich Arbeitsfelder oder Kompetenzen überschneiden könnten. Trotz allem sind wir uns sicher, das Wissen über den Rahmenplan deutlich gemacht zu haben.

 
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Der Rahmenplan der Fachschule für Heilerziehungspflege. Teil 2.

Unsere Gruppe hat sich mit dem Rahmenplan unter dem Aspekt „Kooperation und  Kommunikation“ auseinandergesetzt. Dabei stand im Fokus, diese beiden Begriffe in Zusammenhang mit der Heilerziehungspflege kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls eine geeignete Lösung zu finden.

Die Fachschulverordnung.

Bei der Beschäftigung mit der Fachschulverordnung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass uns aktuell nicht sehr viele Paragraphen tangieren. Die Fachschulverordnung wird für uns erst dann wieder interessant, wenn spezielle Fragen aufkommen. In dem Falle wissen wir nun, wo wir bei Problemen nachsehen können.

Die pädagogische Hausordnung

Unsere Gruppe beschäftigte sich mit der pädagogischen Hausordnung. Wir machten uns Gedanken über einen angenehmen Schultag und äußerten unsere Wunschvorstellungen und Ideen. Besprochen haben wir dies mit unseren Mitschülern und sind so auf einen gemeinsamen Nenner, unsere pädagogische Hausordnung, gekommen.

Praxisbesuche

In diesem Thema geht es um den Besuch unserer Lehrer in den jeweiligen     Einrichtungen  der Auszubildenden.

Wir haben mit der Klasse den Ablauf zusammengefasst und vorgestellt. Als Rahmen haben wir den Zusatzbogen und die Leitlinien/Hinweise zur HEP-Praxisbetreuung als Hilfe zur Verfügung.

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Fazit/Ausblick:

Eine leider zu kurze Führung über das Gelände der Einrichtung und 2 Wohngruppen beendete den produktiven Arbeitstag und den formalen Teil der Einführungstage.

An einem zweiten Termin steht ein „Rollstuhl-Trainings-Tag“ an. Wir sind gespannt!

 

Den Tag gestalteten und den Artikel schrieben: Klasse FS HEP 17 der Alice-Salomon-Schule und die Klassenleiter Thomas Schweikert und Michael Theophanous