Peer Education- Lernen auf Augenhöhe an der Alice-Salomon Schule Neuwied

Durch eine Zusammenarbeit der Fächer Religion, Ethik und Pädagogik entstand eine fächerübergreifende Gruppenarbeit, in welcher die Schüler der BOS II ihr Wissen zum Thema „Medien“, weitergeben konnten.

Hierzu bildeten die Schüler Kleingruppen und erarbeiteten sich Wissen über unterschiedliche Themengebiete, zum Beispiel wie der Datenschutz im Internet gewährleitet werden kann oder woran vertrauenswürdige Quellen im Internet zu erkennen sind. Zu diesen Themen entwickelten die Gruppen Workshops und stellten diese BVJ-Klassen und Lehrkräften vor. Diese Art der Vermittlung ist eine Kombination aus zwei pädagogischen Ansätzen. Diese werde ich nun genau erläutern:

Um die Methode der Peer Education zu erklären, beziehe ich mich auf einen Artikel von Martin Nörbler zu diesem Thema und ergänze wichtige Aspekte, welche ich auf der Website von Jugend und Medien gefunden habe. (siehe Literatur/Quellenverzeichnis).

Peer Education ist ein Teilbereich des Peer Involvements und ist auf Grund der hohen Erfolgsrate aus Schulen oder der Jugendarbeit nicht mehr wegzudenken. Die Erfolge dieser Methode sind der Art der Vermittlung zu verdanken:

Die Teilnehmer, welche in diesem Fall Jugendliche sind, lernen von anderen Jugendlichen und können sich diese zum Vorbild nehmen. Sie lernen, diskutieren und beraten sich über Themen aller Art, auf Augenhöhe, weshalb sie Kritik und auch die Vermittlung oft besser annehmen können als von einer Lehrkraft. Oft geht es um Themen wie Sucht oder Medien.

Bei dieser Methode ist eine Kombination aus Anwendung des Wissens und Verständnis wichtig. Dies bedeutet im genauerem, dass das eigene Wissen zur Thematik sinnvoll eingebracht wird und das mitgeteilte Wissen der anderen verstanden und verinnerlicht wird.

Bei der Methode der Peer Education gibt es Experten, welche mit dem Thema vertraut sind. Diese Experten werden auch „aktive Peers“ genannt. Sie geben den sogenannten „passiven Peers“ lediglich Hilfestellung bei der Erarbeitung der zu behandelnden Thematik, welche in Peer Groups stattfindet.

Peer Groups sind  in diesem Kontext  Kleingruppen, welche sich freiwillig zusammengeschlossen haben, um Wissen über ein bestimmtes Thema zu erlangen. Ziel der Methode ist es, Wissen zu vermitteln und sich darüber auszutauschen. Jedoch soll keineswegs bevormundet werden, denn im Vordergrund steht die Gleichheit untereinander, welche jedoch nicht mit dem gleichen sondern nur einem recht ähnlichen  Alter verbunden sein muss.

Peer Education ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil des Leitbildes der Alice- Salomon-Schule. Erprobt wurde diese Methode in den Bildungsgängen einer BF I Klasse und den Schülern aus einer Erzieherklasse. Die Schüler der BF I Klasse konnten durch diese Zusammenarbeit ihre Berufswahl besser bestimmen und erlangten viel Unterstützung bei Problemen unterschiedlicher Art. Aber auch die Fachschüler profitierten durch die Kooperation: Sie konnten die Inhalte eines Modules praktisch anwenden und erhielten Einblicke in die persönliche Begleitung von Jugendlichen.

Im Laufe der Zeit stellten jedoch beide Seiten, sowohl Schüler als auch Lehrer, fest, dass dieses Projekt freien Handlungsspielraum benötigt, um noch mehr Erfolg zu erzielen. So entstanden dann die Ressourcengruppen, in welchen sich die Schüler zusammentaten, welche gleiche Interessen oder Stärken besaßen. Eine Präsentation der Ressourcengruppe fand am Ende des Schuljahres statt.

Auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Bildungsgängen interessierten sich an dieser Zusammenarbeit, weshalb jetzt die Möglichkeit besteht, sich freiwillig in den Deutschunterricht der BVJ-S Klassen einzubringen. Die Interessierten dienen als Lernbegleiter und unterstützten nicht nur die Schüler mit ihrer Anwesenheit, sondern auch das Lehrpersonal. Am Ende des Jahres wird das soziale Engagement mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Der Ansatz der Peer Education an unserer Schule fördert das Von- und miteinanderlernen, Diskutieren und Überdenkenzu Themen aller Art auf einer Ebene. Der Zusammenhalt der Schülerschaft wird gestärkt und jeder hat die Möglichkeit sich einzubringen.

Die zweite von den Schülerinnen und Schülern der BOS II angewandte Methode war die eigenständige Entwicklung eines sogenannten Workshops.

Dort wird eine vorher ausgewählte Thematik, selbstständig von den Teilnehmern unter Anleitung eines Moderators aufbereitet. Praktische Übungen führen sie zu der Produktion eines gemeinsamen Arbeitsergebnisses sowie zur Findung von Lösungsansätzen. In einem Workshop wird die Thematik in kurzer Zeit sehr intensiv behandelt.

Die Schülerinnen und Schüler der BOS II verbrachten viel Zeit mit der Ausarbeitung und Planung ihrer bereits durchgeführten Workshops. Diese Aufgabe erhielten sie im Januar und wandten so gleich zwei pädagogische Methoden an. Die Themen der Workshops waren sehr unterschiedlich.

Ein Workshop wurde zum Thema „Jugendschutz im Internet“ gehalten. Sie befassten sich unteranderem mit Mobbing im Internet, Rassismus aber auch mit dem Urheberecht. Ein weiterer Workshop befasste sich mit den Folgen und Gründen zum Thema „Cybermobbing“. Sie zeigten auf ,wie man sich schützen kann und an welche Stellen man sich wenden kann, um Hilfe aufzusuchen.

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Auch das Thema „Gesundheit“ wurde bei den Workshops nicht außer Acht gelassen. Es fanden zwei Workshops zu dieser Thematik statt. Der erste befasste sich mit „Mediensucht“, der zweite mit Bewegung und gesunder Ernährung.

 
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Vier weitere Schüler informierten über das Thema „Online Shopping und Werbung“, weitere über die Chancen und Risiken von Sozialen Netzwerken wie z.B.Instagram, Facebook und Snapchat.

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Die Schülerinnen und Schüler der BOS II behandelten desweiteren das Thema Fake News, denn nicht alles, was im Internet steht, lässt sich auch bewahrheiten. Ein weiterer Workshop wurde über Mediengestützte Selbstbildung gehalten. Die Teilnehmer dieses Workshops recherchierten in Kleingruppen über ihrer Rechte und Pflichten.

In diesem Schuljahr erhielten die Schülerinnen und Schüler der BOS II einen Einblick in die Peer Education. Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Sozialwesen lernten eine Methode kennen und anzuwenden, welche in ihrem Pädagogikunterricht schon des öfteren angesprochen wurde. Alle Peers spürten am Ende ihren eigenen Erfolg, da sie ihre Themen so gut verinnerlicht haben, dass sie ihr Wissen sogar an andere weitergeben konnten. Peer Education lässt beide Seiten profitieren und bietet Abwechslung zum klassischen Unterricht.

Nancy Konieczny, BOS 2 18A

 

Quellen-/ Literaturverzeichnis

http://www.kjug-zeitschrift.de/wp-content/uploads/2013/01/2010-3-01- KJug_Martin_Noerber.pdf

https://www.jugendundmedien.ch/fileadmin/user_upload_redesign/3_Medienkompete nz/3.6_Peer_Education/Artikel_CHSS_Peer_Education.pdf

https://www.duden.de/rechtschreibung/Workshopnger.com/chapter/10.1007/978-3- 531-92315-4_19

http://www.uni-lueneburg.de/personal_fuehrung/index.php/Workshop https://www.credia.de/workshop/

https://www.bbs-linz.de/projekte/peer-education/3-peer-education