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Peer-Education - ein Modellprojekt unserer Schule

 

Was sind Peers?

  • Peers sind alldiejenigen, die den Jugendlichen im Alter nahe stehen.
  • Ursprüngliche engl. Bedeutung: ranggleiche Schicht Adeliger
  • Also: Peers müssen nicht exakt gleich alt sein, sondern einander ebenbürtig, z. B.
    • sie sind alle Schüler und nehmen in Bezug auf Schule und Lehrkräfte die gleiche Stellung ein.
    • sie stehen auf nahe beieinander liegenden Stufen der kognitiven und moralischen Entwicklung

 

Was bedeutet Peer-Education an der Alice-Salomon-Schule?

  • Schüler helfen Schülern
  • Bei uns: Ältere Schüler helfen jüngeren Schülern
  • Zusammenarbeit zweier Bildungsgänge: BF 1 und FS Soz

 

peer01

 

Welche Ziele verfolgen wir mit diesem Projekt?

1) BF I – Perspektive:

  • Kollegen erhoffen sich Unterstützung bei der Bildung und Erziehung der Jugendlichen.
  • Schüler erwarten Unterstützung bei der Berufsfindung, bei persönlichen Problemen, in den Kernfächern usw.

 

2) FS Soz-Perspektive:

  • Kollegen erhoffen sich, Inhalte von Modul 11 (Entwicklungsbegleitung von Jugendlichen) in der BF 1 erproben zu können.
  • FS Soz-Schüler sammeln Erfahrungen damit, Jugendliche in ihrer Entwicklung zu begleiten.

 

 

Was im ersten Jahr stattgefunden hat:

  • Zwei Nachbarschaftstreffen, in denen die Bildungsgänge Kontakt miteinander aufgenommen haben und Gelegenheit hatten, sich zu präsentieren und kennenzulernen. Hier ist in der BF I beispielsweise die Idee für eine Bildungsreise nach WEIMAR entstanden. Die Reise konnte realisiert werden.
  • Eine Selbsteinschätzung der Jugendlichen zu den Sinus-Milieus
  • Stichwort „NEUSTART“: Die FS Soz- Schüler haben den inhaltlichen und organisatorischen „Neustart“ zum 2. Schulhalbjahr mit erleben können.
  • „Ich packe einen Koffer für die Reise in meine Zukunft“, eine sozialpädagogische Aktion, in der die Jugendlichen sensibilisiert wurden, symbolhafte Gegenstände in einen Koffer zu packen, die für ihr Leben und ihre Zukunft von Bedeutung sind.
  • Ganz viel Informelles
  • Eine gemeinsame Abschlussfeier.

 

Was im zweiten Jahr stattgefunden hat:

Das zweite Jahr wurde ganz anders organisiert, als das erste Jahr. Nun gab es 1 mal pro Woche eine

Peer-Stunde (Donnerstags, 7/8. Stunde), in der 3 BF I-Klassen und 2 FS Soz-Klassen zusammenarbeiteten. Sie kamen miteinander ins Gespräch, tauschten sich aus, lernten sich kennen, planten, wie sie die Tagesaktionen gemeinsam gestalten wollten. Dabei orientierten sie sich am BF I – Konzept.

Die Tagesaktionen:

  • Erzieher und BF I – Schüler verbringen zweieinhalb Tage des neuen Schuljahres miteinander:
    Mittwoch: LANDART
    Donnerstag / Freitag: GFK (Gewaltfreie Kommunikation)
  • peer02

 

  • Dann erfolgte eine Wanderung der drei Gruppen, die unter dem Schwerpunkt stand:
    „Gemeinsam auf dem Weg in die berufliche Zukunft.“ Mit Hilfe von Interaktionsspielen und des metaphorischen Ansatzes versuchten die FS Soz-Schüler mit den BF 1-Schülern den Dialog über berufliche Perspektiven zu führen.
  • Schließlich gab es 2 aufeinanderfolgende Projekttage für die drei Gruppen:
    Gruppe A: Ein Berufsorientierungstag / Gemeinsames Kochen
    Gruppe B: Ein Lesetag / Ein Selbstwirksamkeitstraining mit einer externen Motivationstrainerin
    Gruppe C: Eine Literaturwerkstatt / Gemeinsames Kochen
  • Gegen Ende des Schuljahres wurde die Koffermethode nochmals durchgeführt.

 

Unsere Erfahrungen und unsere Pläne für das SJ 2013/2014:

Wir Lehrer mussten von Jahr zu Jahr lernen, dass die Qualität dieses Projektes steigt, je mehr Freiheit wir den Schülern überlassen und je mehr Verantwortung sie selber übernehmen. Die Intensität der Prozesse wurde als intensiv wahrgenommen. In diesem Jahr werden „Ressourcen-Gruppen“ gebildet, d.h. jeder Schüler sowohl aus der FS Soz als auch aus der BF 1 soll überlegen, welche Stärken/Ressourcen er in die Peer-Education einbringen kann. Dies kann z. B. die Ressource „Mathematik-Kompetenz“ sein. Dann wird sich ein kleiner Kreis von Mathematik-interessierten Schülern bilden, oder auch eine  künstlerische Ressource (Malerei, Tanz, Musik), daraus könnte sich eine Tanz- und/oder Malereigruppe und/oder eine Band bilden. Am Ende des Schuljahres wird ein Fest veranstaltet, bei dem sich die Ressourcengruppen präsentieren.

 

Beispiele:

SJ 14/15

Zweitägiges Training zu Peer Guides der Anne- Frank-ausstellung hat sich gelohnt

 Ausbildung Museumsbegleiter

Mit der Anwendung der Peer Education im Rahmen der Anne-Frank-Ausstellungsprojekte schenken wir Jugendlichen Vertrauen. Vor Ort werden zwischen 15 und 30 Jugendliche in einem zweitägigen Training zu Ausstellungsbegleiterinnen und -begleitern - sog. Peer Guides - ausgebildet. Das Konzept bietet den Jugendlichen ein hohes Maß an Partizipation. Gemeinsam mit den besuchenden Schulklassen erarbeiten die Peer Guides den Ausstellungsinhalt. In der Ausbildung erhalten sie Methodenkompetenzen, die vor allem auf Interaktivität, Diskussionsvielfalt und ein eigenes Erfahren der Ausstellung ausgelegt sind.

Gegenseitige Wertschätzung und gleichberechtigtes Lernen

De Ausstellung ist für Jugendliche Anlass zum kritischen Nachdenken und zum Austausch über Diskriminierung, Gesellschaft und Politik. Dadurch lernen alle Beteiligten von- und miteinander - und stärken ihre sozialen und fachlichen Kompetenzen. Der Ansatz der Peer Education bietet den Jugendlichen entweder einen niedrigschwelligen Einstieg oder eine Vertiefung durch den Austausch von vielfältigen Ideen und Meinungen. Dafür schaffen wir eine Lern- und Diskussionsebene, die auf gegenseitiger Wertschätzung und gleichberechtigtem Lernen beruht.

In unserer 15jährigen Erfahrung hat sich gezeigt, dass Jugendliche unabhängig von Herkunft, Sozialisation und Vorwissen bereit sind, die verantwortungsvolle Aufgabe der Peer Guides zu übernehmen. Es ist ihnen wichtig, sich an der Erinnerung an den Holocaust, an Anne Frank und an aktuellen Debatten zu Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenrechten zu beteiligen. Durch die Mitwirkung in den Anne Frank-Ausstellungsprojekten werden die Jugendlichen für die Auseinandersetzung mit diesen Themen sensibilisiert, in gesellschaftlich relevanten Kompetenzen gefördert und in ihrer Selbstwirksamkeit bestärkt.

Für viele Jugendliche ist die Tätigkeit als Peer Guide mit der Erfahrung verbunden, dass sie sich ganz persönlich aktiv einbringen und für die Gesellschaft engagieren können. Ab Montag, den 10.11.14, können sich die Besucher der Ausstellung sicherlich vom Ausbildungserfolg überzeugen.

Über 90% der Jugendlichen möchten sich nach einem Wanderausstellungsprojekt auch weiterhin für die Gesellschaft engagieren.

Es berät Sie gern:

Larissa Bothe
Wanderausstellungen
Tel.: 030/2888656-27
bothe(at)annefrank.de

 

Im SJ 2014/15

wurde die Zusammenarbeit der Fachschule für Sozialpädagogik FS Soz und der Berufsfachschule BF in Form von „Peer-Education“ auch auf das Berufsvorbereitungsjahr BVJ ausgeweitet.

PE 1

18 angehende Erzieherinnen und Erzieher absolvierten ihr 6-Wochen Praktikum in 3 BF 1-Klassen, 3 BVJ-Klassen und 1 BF 2-Klasse. Sie unterstützten vor allem SuS , aber auch Lehrerinnen und Lehrer und führten am Ende des Praktikums interessante Projekte durch. Zum Beispiel entstand ein Musikvideo zum Thema „Selbstwirksamkeit“, Berufsfindungsprojekte wurden durchgeführt oder auch Projekte, die unter der Überschrift „Gesundheit und gesunde Ernährung“ standen.

PE 2

An einem großen Reflexionstag, der am 14.4.2015 stattfand, wurden alle Erfahrungen und Projekte aus den 7 Gruppen zusammengeführt. Motto des Tages: „Hast du schon mal geerbt?“

Schülerinnen und Schüler überlegten und formulierten, welche Erfahrungen sie an zukünftige Gruppen weiter vererben möchten:

PE 3

Und präsentierten anschließend ihre Ergebnisse:

PE 4

Einstimmiges Fazit des Tages:

Peer-Education soll in dieser Form im nächsten Schuljahr auch wieder so stattfinden.

 

Im SJ 17/18

Über freiwilliges Engagement eigene Fähigkeiten entdeckenund für andere nutzbar machen

 

Peer Education in BVJ s Klassen

Mit dem Projekt „Dialogbotschafter“ unterstützt die Landesregierung nunmehr im dritten Jahr die rheinland-pfälzischen Kommunen dabei, zur nachhaltigen Förderung und Unterstützung von Ehrenamt Integrationsmaßnahmen zu entwickeln und zu koordinieren. Im Landkreis Neuwied werden mehrere Projekte gefördert, darunter das „Peer Education Projekt“ an der Alice Salomon Schule (Standort Neuwied).

„Die ASS hat im vergangenen Jahr für das Schuljahr 2017/2018 ein wegweisendes Konzept“ mit Modellcharakter entwickelt, mit dem Potentiale von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des freiwilligen Engagements innerhalb der Schule speziell für die drei Flüchtlingsklassen BVJ-S gefördert werden sollen“, erläuterte Dr. Martin Correll, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte.

„Dies hat uns sehr beeindruckt und die Leitstelle Ehrenamt in der Staatskanzlei hat unserem Förderantrag zugestimmt,“ erklärte die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Andrea Oosterdyk. „Denn hier geht es nicht nur um die fachliche und soziale Unterstützung von Schülern für Schüler, sondern auch um die Heranführung junger Menschen an bürgerschaftliches Engagement. In der Schule besteht zudem ein begleitetes und geschütztes Umfeld, in dem junge Menschen ihre Talente erproben und entwickeln können, die ihnen später im weiteren Bildungsverlauf bis ins Berufsleben nützlich sein können. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf ebenso wie diejenigen, die die Hilfe anbieten.

Schulleiter Axel Lischewski weist darauf hin, dass die Peers dabei stets von den Lehrkräften der entsprechenden Klasse bei Fragen und Schwierigkeiten unterstützt werden und ihr Engagement am Ende des Schuljahres mit einem Zertifikat ausgezeichnet wird. Aufgrund der positiven Erfahrungen bemühen sich die zuständigen Lehrkräfte aktuell, weitere Peers zu gewinnen.

„Derzeit werden an der Alice Salomon Schule, Standort Neuwied, insgesamt 60 neu zugewanderte Jugendliche in drei Klassen (BVJ-S/Berufsvorbereitungsjahr Sprache) unterrichtet. Jede dieser Klassen wird von einer ausgebildeten DaZ-Lehrkraft (DaZ = Deutsch als Zweitsprache) mit etwa 20 Stunden in der Woche beschult. Das Konzept der Peer Education ist fest im Leitbild der Schule verankert und die Erweiterung auf die neu eingeführten BVJ-S-Klassen hat sich als sehr erfolgreich erwiesen“, berichtet Studiendirektor Elmar Kanschik, Abteilungsleiter der Alice Salomon Schule Neuwied.

Insgesamt sechs ehrenamtliche Helferinnen („Peers“) aus unterschiedlichen Bildungsgängen der Schule unterstützen in ihren Freistunden die Sprachklassen während des Deutschunterrichts, wie zum Beispiel die Schülerin Lisa Füllenbach aus dem Bildungsgang Berufsfachschule II: „Ich habe angefangen zu helfen, da ich in der BF I ein Projekt durchführen sollte, das meinen Stärken entspricht. Da habe ich gemerkt, dass es mir sehr viel Spaß macht, auch in der Sprachklasse zu helfen.“ Die Abiturientin Sarah Mourtada absolviert zurzeit ihren Bundesfreiwilligendienst für Neuzugewanderte im BVJ-Sprache. Die Peer-Education wird ebenfalls durch Schülerinnen und Schüler aus dem Fortgeschrittenenkurs verwirklicht, die stundenweise zur Unterstützung in den Anfängerkurs kommen.

„Der Kontakt mit den etwa gleichaltrigen Ehrenamtlichen aus der eigenen Schule führt einerseits zu einem interkulturellen Austausch sowie zu einer schnelleren Integration der neu zugewanderten Jugendlichen in die Schulgemeinschaft“, hat Bildungsgangkoordinatorin Katja Schick festgestellt. Aufgrund der starken Heterogenität der Flüchtlingsklassen trägt der Einsatz der Peers andererseits zur individuellen Förderung der Deutschlernenden während des Unterrichts bei. „Manche brauchen mehr Hilfe, zum Beispiel, wenn sie ganz neu in der Klasse sind“, kann der stellvertretende Klassensprecher der BVJ-S 17a berichten.

DSC 1277 ASS Dialogbotschafter

Bildunterschrift: von re. nach li.

Schulleiter Axel Lischewski, Abteilungsleiter Elmar Kanschik, Christina Andronache, Katja Schick, Stefanie Hackner, Sarah Mourtada, Dr. Martin Correll und Andrea Oosterdyk

 

Bild: A. Oosterdyk